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Skopelos – Mamma Mias wilde Filmkulisse

Strand von Glisteri


Etwa 3 km nördlich von Skopelos liegt der Strand von Glisteri, der im Film „Mamma Mia“ auch immer wieder auftaucht. Dort liest Sophie ihren Freundinnen aus Donnas Tagebuch vor, und auch die kleine Halbinsel neben dem Strand ist Teil einer Szene, in der Sophie von der Hochzeitszeremonie abhaut. Schaut euch den Film doch noch mal an und achtet dann besonders auf die Stelle, wo das Lied „Dancing Queen“ kommt. An der Bucht selbst legen wir jedoch nicht an, sondern fahren weiter in Richtung Skopelos-Stadt, die wir kurze Zeit später erreichen.

Jetzt geht es noch um die Landzunge bei Glyfoneri herum und dann sind wir kurz nach 13:00 Uhr auch schon in Skopelos-Stadt.

Heck voraus macht die „Poseidon“ an der Hafenmole fest und obwohl wir seit 22 Jahren nicht mehr hier waren, erkennen wir den Ort auf Anhieb wieder. Den Hafen würden wir vermutlich auch unter tausend anderen Inselhäfen sofort wieder herausfinden.

Die Häuser ziehen sich den Hang hinauf wie bei einem Amphitheater, und rechts, am Nordende des Hafens, ist dann diese markante griechisch-orthodoxe Kirche, die über allem wacht. In dieser Kirche sollen übrigens die Innenaufnahmen für Donnas und Sams Hochzeit aus „Mamma Mia!“ entstanden sein. Ob das stimmt? Keine Ahnung. Aber das lässt sich ja sicher leicht herausfinden. Wir müssen nur hingehen und nachsehen.

„Weiterfahrt in zwei Stunden!“ Die meisten Passagiere schließen sich einer Stadtführung an. Das brauchen wir nicht. Schließlich wollen wir zur Kirche. Dachte ich jedenfalls. Denn während ich noch über den Film-Drehort nachdenke, hat Susanne längst die Sonnenschirme eines Cafés oberhalb der Hafenpromenade ins Visier genommen. Dort will sie unbedingt hin.

„Moment mal! Sind wir nicht erst heute Vormittag 272 Stufen zur Mamma-Mia-Hochzeitskapelle hinaufgestiegen? Warum müssen wir jetzt schon wieder einen Hang hochkraxeln?“

Aber darauf reagiert sie überhaupt nicht. Seit dem Vormittag scheint Susanne wohl jede Anhöhe als persönliche Herausforderung zu betrachten. Vielleicht sucht sie aber auch gar keine Aussicht mehr, sondern sammelt Treppenstufen oder will einfach nur Kaffee?

Die Sonnenschirme, die Susanne gesehen hat, gehören zur Terrasse des Cafés Βράχος. Wenig später sitzen wir auch schon dort im Schatten. Von hier aus hat man einen fantastischen Blick über Skopelos- Stadt und den Hafen.

Klasse gewählt, Susanne! Wir essen eine Kleinigkeit und trinken den obligatorischen Mittags–Cappuccino.

In einer Stunde fährt das Schiff bereits wieder weiter. Also wird es höchste Zeit, die Kirche anzusehen.

Leider ist dort die Tür verschlossen. Ob hier tatsächlich die Hochzeit gefilmt wurde, bleibt also vorerst ein ungelöstes Rätsel. Von der Terrasse vor der Kirche aus scannen Susanne, ich und Finn noch mal das Meer nach Delfinen ab. Doch statt Delfinen entdecken wir lediglich eine einzelne Badende.

Die Zeit vergeht schneller, als einem lieb ist. In einer halben Stunde müssen wir schon wieder zurück auf dem Schiff sein. Also nichts wie runter. Unterwegs bietet sich uns noch ein überraschendes Bild: Nebelkrähen sind in Skopelos-Stadt eingefallen – fast so, wie in Hitchcocks „Die Vögel“. Bei uns zu Hause habe ich Nebelkrähen dagegen noch nie gesehen.

Um 15:00 Uhr verlassen wir Skopelos-Stadt wieder. Es war wunderschön hier, aber irgendwie viel zu kurz. In den Bordlautsprechern läuft „My heart will go on“ von Celine Dion. Die haben´s schon drauf, von der „Poseidon“. In jedem Moment die richtige Musik. Zum Weinen schön.

Meeresnationalpark


Um viertel vier nähern wir uns bei GPS 39.1, 23.8 der St.-Georgs-Insel und der Insel Mikro, die die westliche Grenze der Meeresschutzzone B markieren. Anders als in der streng geschützten Zone A, in der die Mönchsrobben besonders geschützt werden, sind hier Schifffahrt, Segeln und touristische Aktivitäten erlaubt – allerdings ebenfalls reguliert. Ob wir hier wohl Delfine sehen werden? Die „Poseidon“ liefert zumindest musikalisch schon einmal passende Hinweise: Aus den Lautsprechern erklingt griechischer Sirtaki, in dem auffällig oft das Wort delphini (δελφίνι) vorkommt – mit Betonung auf dem „fi“. Ein gutes Omen? Leider nicht. Das Meer hier ist viel zu aufgewühlt.

Als wir den östlichsten Zipfel von Skopelos umrunden und weiter südwärts fahren, erkennen wir auf dem höchsten Hügel den alten Ort Alonissos. Doch schon wenig später verschwindet auch er im Dunst.

Die Drachenschlucht


Nach etwa einer halben Stunde Fahrt und rund neun Kilometern Strecke erreichen wir den südlichen Zipfel von Skopelos. Bei den Koordinaten 39.072559, 23.728684 liegt hier die sogenannte Drachenschlucht, das Drakontoschisma (Δρακοντόσχισμα). Vor langer Zeit soll hier ein Drache gehaust haben, dessen Grausamkeit die Insel praktisch unbewohnbar machte. Nur Verurteilte und Todgeweihte wurden damals nach Skopelos gebracht. Erst als der Priester Reginos von dieser Praxis erfuhr, soll er sich selbst unter die Gefangenen gemischt haben, um der Sache ein Ende zu setzen. Der Überlieferung nach lockte er den Drachen an die Klippen oberhalb des Meeres, die auf sein inständiges Gebet hin einstürzten und das Ungeheuer in die Tiefe rissen. Bis heute heißt es, dass an windigen Tagen ein unheimliches Heulen aus der Schlucht zu hören sei. Zum Gedenken an diese Tat wird in Griechenland jedes Jahr am 25. Februar das Fest des heiligen Reginos gefeiert.

Keine 10 Minuten nach der Drachenschlucht erreichen wir die felsige Halbinsel Amarantos. Man erkennt sie leicht an den Pinien. Amarantos ist der Platz, an dem Sophie (Amanda Seyfried) im Film „Mamma Mia“ mit ihren  drei „Vätern“ Harry Bright (Colin Firth), Bill Anderson (Stellan Skarsgård) und Sam Carmichael (Pierce Brosnan) zum Song Our last summer“ picknickten. Damit das auch jeder mitkriegt, läuft wie zur Bestätigung genau dieser Song an Bord der „Poseidon“.


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